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Festabend 125 Jahre TV Viechtach

Bericht des Viechtacher Bayerwald Boten vom 14. Mai 2012

 

 

Von Kristina Pöschl

 


Mit Musik wurde der TV in die Stadthalle
 

Mit Musik wurde der TV in die Stadthalle "hinaufgespielt".

 

 

Viechtach. Man könnte meinen, dass nach 125 Jahren die Knochen müde werden und der Körper starr. Der TV Viechtach hat die 125 Jahre aber zu intensivem Training genutzt und ist somit aktiver denn je, in ihm schlägt mit der Vorstandschaft und den Spartenleitern ein gesundes Herz, die über 1000 Mitglieder sind vitale Glieder.


Wie lebendig der Turnverein ist, wurde am Festabend am Samstagabend klar: Vor allem der Nachwuchs war es, der den Gottesdienst und die Feier in der Turnhalle im Anschluss unterhaltsam gestaltete. Zunächst traf man sich in der Pfarrkirche, wo Stadtpfarrer Berthold Helgert eine Messe hielt. Ihn umringte das TV-Blau: Die Ministranten trugen nicht wie gewohnt ihre Kutten, sondern das Vereins-Shirt.


Über 300 Mitglieder kamen in die Stadthalle
  Nach dem Gottesdienst zog die Festgemeinde zusammen mit der Stadtkapelle und der Fahne zur Stadthalle. Nach dem Abendessen begrüßte TV-Vorsitzender Toni Alt die Mitfeiernden: Mit über 300 Gästen war die Halle gut besetzt. Unter den Gästen waren auch Minister Helmut Brunner, Landrat Michael Adam, Bürgermeister Georg Bruckner, BLSV-Präsident Günther Lommer, Angela Saller, Vizepräsidentin des Bayerischen Turnverbandes und BLSV-Kreisvorsitzender Hans Plötz. Moderne Lieder vom Jugendchor und Beiträge von Kindern gaben dem Gottesdienst ein junges Gesicht. "125 Jahre Sport und Bewegung und ehrenamtlicher Einsatz – das ist ein Grund zu feiern und zu danken", meinte Pfarrer Berthold Helgert. In seiner Predigt zog er Parallelen zwischen Sport und Glauben. Freude an der Bewegung und Begeisterung prägen den Sport, ebenso könne man sich von Jesus Christus begeistern lassen. Im Verein wie in der Kirche sei das Miteinander das Schönste.


Besonders begrüßte Toni Alt die vielen TV-Mitglieder. "Die Übungsleiter, Spartenleiter, Funktionäre, Ehemalige und Sportler haben dazu beigetragen, dass es den Verein 125 Jahre lang gibt." Besonders hob er die Ehrenmitglieder Josef Niedermayer, Hermann Wagner, Walter Schlicht, Josef Probst und Walter Wittmann hervor und dachte an die verstorbenen Ehrenmitglieder.


"Ein 125-jähriges Jubiläum ist etwas Besonderes", deswegen ließ es sich Minister Helmut Brunner nicht nehmen, zum Festabend zu kommen. "16 Sparten ist einmalig", zeigte er sich beeindruckt von der Größe und Vielfalt des Vereins, der reich an Erfolgen und Traditionen sei und eine stabilisierende Funktion im Gesellschaftsleben habe. Den Kindern und Jugendlichen lehre er Teamfähigkeit und den Umgang mit persönlichen Grenzen und Niederlagen, "Sport ist eine Lebensschule", sagte Brunner.


"Es ist eine Leistung, einen Verein 125 Jahre durch sämtliche Gewässer zu schiffen und ihm darüber hinaus eine zeitgemäße Form zu geben", überbrachte auch Landrat Michael Adam seine Anerkennung und Glückwünsche für den zweitgrößten Sportverein des Landkreises. "Leute vor Ort zu binden gelingt nicht durch das Angebot von Arbeitsplätzen oder Straßenbau", sagte Adam. Wichtig seien soziale Kontakte, Freizeitangebote − und eben die Vereine. "Sportvereine geben Heimat", meinte er im Hinblick auf den demographischen Wandel. Beim TV Viechtach mache er sich aber keine Sorgen um die Jugendarbeit.


Jungen Menschen müsse man Angebote machen, sie abholen und Alternativen zu Facebook und Disco bieten, meinte auch Bürgermeister Georg Bruckner. Ein Verein biete Prävention nicht nur im gesundheitlichen Bereich. Er dankte dem Turnverein, der in Vergangenheit, Gegenwart und auch Zukunft das gesellschaftliche Leben der Stadt prägt. "Die Bürger von Viechtach sagen Danke für dieses Engagement."


"Ein Kompliment dafür, was der TV alles bietet", machte BLSV-Präsident Günther Lommer dem TV. Er überbrachte zusammen mit Kreisvorsitzenden Plötz eine Urkunde des BLSV und einen Gutschein. Die Vizepräsidentin des Bayerischen Turnverbandes Angela Saller überreichte ebenfalls eine Urkunde, dazu die Chronik des Bayerischen Turnens und die Walter-Kolb-Plakette des Deutschen Turnerbundes.


Nur fünf Jahre jünger als der TV Viechtach ist der Patenverein TV 1892 Ruhmannsfelden. Vorsitzender Michael Kramhöller überreichte ein Erinnerungsgeschenk und eine Geldspende.


Mit tollen Einlagen zwischen den Reden sorgten die jungen Mitglieder der unterschiedlichen Sparten des TV Viechtach für einen gelungenen und kurzweiligen Abend in der Stadthalle.  − Fotos: Pöschl

 

 

Mit tollen Einlagen zwischen den Reden sorgten die jungen Mitglieder der unterschiedlichen Sparten des TV Viechtach für einen gelungenen und kurzweiligen Abend in der Stadthalle.  − Fotos: Pöschl



Den Festabend in der mit Bällen und Reifen geschmückten Stadthalle gestalteten die Musiker "Se Vier" musikalisch. Für Auflockerung zwischen den Festreden sorgte der TV-Nachwuchs: Die Judokas zeigten spektakuläre Würfe, der Karate-Nachwuchs erklärte einige Schläge. Die Kinder der Sparte Kinderturnen rollten und sprangen über die Bühne, eine weitere Gruppe zeigte am Stufenbarren ihre Sportlichkeit. Wie gut der Nachwuchs tatsächlich technisch ist, stellte sich bei einem Wettbewerb zwischen den Volleyball-Jungs und der Volleyball-Prominenz unter den Gästen heraus: Selbst mit Nationalspieler Michael Mayer schaffte es das Prominententeam nicht, von 20 Bällen einen mit Pritschen in den Basketballkorb zu befördern – der TV-Nachwuchs schaffte vier.


Rückblick per Power-Point
  Eine Power-Point-Präsentation rundete den Abend ab. Toni Alt zeigte mit vielen Fotos die Entwicklung des Sportvereins: Nach der Gründung im Jahr 1887 mit der Turnen-Sparte kam ab 1914 eine Damenturnengruppe dazu. Ab 1920 wurde Faustball gespielt. Nach dem Einschnitt in der NS-Zeit erholte sich der Verein nach dem Zweiten Weltkrieg wieder gut, 1956 kamen die Sparten Tischtennis und Kinderturnen hinzu, etwa 1960 das Alte-Herren-Turnen. In den 70er Jahren wurden die Sparten Volleyball und Badminton eröffnet, in den 80er Jahren Judo, Eltern-Kind-Turnen und Karate. In den 90er Jahren wuchs der Verein um eine Herzsport- und eine Aikido-Gruppe. Die jüngsten Sparten sind Sportabzeichen, Nordic Walking, Leichtathletik und seit drei Jahren Klettern.

 

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